4 beliebte englische Drinks für den Winter

Jetzt wo es kälter wird, freuen wir uns wieder auf winterliche, oft heiße Getränke und frösteln ein wenig bei dem Gedanken an eisgekühlte Gin Tonics, Moscow Mules oder Whiskey Fizzes, die wir im Sommer so geliebt haben. Dafür ist der Duft von Glühwein, Feuerzangbowle oder Punsch in der kalten Jahreszeit umso verführerischer und bringt uns jedes Jahr wieder in weihnachtliche Stimmung.

Photo courtesy of Lee Dyer

Genauso wie in Deutschland, lieben die Engländer, die sich die deutschen Weihnachtsmärkte häufig zum Vorbild nehmen, Glühwein („Mulled Wine“) auf ihren Christmas Markets. Aber zusätzlich zu den deutschen Klassikern haben die Engländer ihre eigenen Lieblinge, auf die wir hier noch weiter eingehen möchten. Vielleicht habt ihr Lust, diese Getränke auf eurer nächsten Weihnachtsfeier anzubieten oder mit euren Liebsten während der Weihnachtsfeiertage zu probieren. In England dürfen alkoholische Getränke zum Weihnachtsfest nicht fehlen. Wie soll man sonst die zum zigsten Mal erzählten Geschichten von Uncle Bob ertragen?!

Nun wollen wir euch aber nicht länger warten lassen und euch die Darlings der englischen Winter Drinks vorstellen.

Mulled/ Hot Cider

Cider ist natürlich fermentierter Apfelsaft, der ähnlich wie Wein mit dem Zusatz von Gewürzen erwärmt werden kann. Auf englischen Weihnachtsmärkten ist Hot Cider genauso beliebt wie Glühwein.

Photo courtesy of  Timothy Krause

Photo courtesy of Timothy Krause

Im Pub wird Cider neben Bier das ganze Jahr über getrunken. Viele Engländer finden Cider erfrischend und trinken ihn besonders im Sommer gerne. Allerdings gibt es große Unterschiede und viel Auswahl unter den zahlreichen Cider Produzenten. Zum Beipiel varriert der Alkohlgehalt bei britischen Ciders von 4,5 bis 7,5%. Auch der Geschmack kann stark variieren von süß/mittelsüß und stark kohlensäurehaltig (z.B. Thatcher’s Katy) bis herb und kohlensäurearm (z.B. Old Rosie).

Hot Cider schmeckt einfach köstlich. Zugegebenermaßen erinnert er im Geschmack etwas an Kinderpunsch, der ja normalerweise auf Apfelsaft basiert- nur eben nicht-alkoholisch ist.

Die Zubereitung des Hot Cider ist auch recht einfach. Der Cider wird (häufig mit etwas Rum, Brandy oder Sloe Gin) erwärmt und zusätzlich werden Orangenschalen, Zimt und andere Gewürze wie Nelken, Sternanis und Kardamon hinzugegeben.

Für Rezeptideen schaut doch mal bei The Londoner vorbei.

 

Sloe Gin

Im Herbst fährt so mancher Engländer aufs Land, um Schlehen zu pflücken. Das sind kleine blaue Beeren, die an Sträuchern mit Dornen wachsen. Die Schlehen kommen dann in den Gin und färben diesen rot. Auf 1 Liter Gin kommen circa ½ kg  Schlehen, die mit einer Nadel gepickt werden und zusammen mit dem Gin und circa ¼ kg Zucker in ein Glas gefüllt werden. An einem dunklen Ort und unter regelmäßigem Schütteln wird das Gemisch für mindestens 2 Monate gelagert. Danach wird der Sloe Gin durch ein Musselintuch in eine sterile Flasche gefiltert und kann getrunken werden. Die Beeren geben dem Getränk eine milde Süße und etwas Wärmendes – perfekt für die kalten Monate.

Photo courtesy of  Philip Steffan

Photo courtesy of Philip Steffan

Natürlich ist Sloe Gin auch in Geschäften erhältlich, zum Beispiel von Sipsmith oder Plymouth. Allerdings wird der Sloe Gin aus dem Supermarkt in der Regel mit Schlehlikör hergestellt und hat dehalb einen geringeren Alkoholgehalt, als wenn man ihn selbst herstellt.

Traditionell wird Sloe Gin pur getrunken. In kleinen Mengen wird er häufig bei der Zubereitung von Hot Cider hinzugefügt, um dem Getränk noch einen intensiveren Geschmack zu geben. Für den Aperitif kann man einen Schuß Sloe Gin zum Glas Champagner geben- das sieht auch einfach schön aus.  

Photo courtesy of  Tim Evanson

Photo courtesy of Tim Evanson

 

Irish coffee/ Baileys Irish coffee/ Irish cream hot chocolate

Irish Coffee, süßer Kaffee mit Whiskey und Schlagsahne, wird nicht nur in Irland getrunken. Im Gegenteil, die Rezepte haben sich in den letzten Jahren immer mehr erweitert und scheinen überall im Königreich beliebt zu sein. Zum Beispiel wird auch gerne ein Schuß Bailey’s, ein anderer langjähriger Favorit aus Irland, dazugegeben. Traditionelle englische Coffee-Shop-Ketten (z.B. Costa, Caffè Nero) bieten diese alkoholhaltigen Getränke nicht an, aber in Bars oder Restaurants wird man oft fündig. Zur Weihnachtszeit haben wir in England auch schon Mobile Bars gesehen, die tolle Variationen gezaubert und angeboten haben.

Photo courtesy of  IrishFireside

Photo courtesy of IrishFireside

Abgewandelte Rezepte enthalten anstatt des Kaffees auch oft heiße Schokolade mit Whiskey oder Bailey’s. Dazu gerne etwas Schlagsahne und Mini-Marshmellows. Eine Kalorienbombe, die aber super aussieht. Falls das noch nicht reicht kann man zusätzlich noch einen Schuß Sirup hinzufügen. Diese kommen in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen vor, zum Beispiel gesalzenes Karamell, Clementine, Lebkuchen, geröstete Haselnuss oder Minzschokolade…

Photo courtesy of  Louise Vance

Photo courtesy of Louise Vance

Sherry

Natürlich kann man Sherry das ganze Jahr über trinken und wir kennen auch Leute, die das tun. Aber in England werden die Verkaufsregale gefühlt schneller leer in den Wochen vor Weihnachten. Außerdem scheint dem Sherry in dieser Jahreszeit wieder mehr Platz in Zeitungsartikeln eingeräumt zu werden. Und uns wird erklärt, dass Sherry auch für junge Leute ein tolles Getränk sein kann. Dann kramt der ein oder andere seine eingestaubte Sherry Flasche aus der hinteren Ecke des Getränkekabinetts hervor. Dann kann es ja losgehen mit dem festive tipple („festlichen Gesöff“).

Photo courtesy of  Andrew Wilkinson

Photo courtesy of Andrew Wilkinson

Sherry ist  ein alkoholverstärkter Weißwein (Alkoholgehalt zwischen 15 und 20%) aus Andalusien, dem Süden Spaniens. Die Geschmacksrichtungen varieren von sehr süß bis sehr trocken. Aufgrund dieser verschiedenen Geschmacksrichtungen findet er auch Verwendung in den unterschiedlichsten Cocktailrezepten. Für ein paar Inspirationen rund um Sherry in Cocktails schaut doch mal hier vorbei.

Fun Fact: Bei dem Klassiker Dinner for One, trinkt Sophie anfangs übrigens einen trockenen Sherry bevor sie zum Weißwein und dann Champagner übergeht. Dazu soll gesagt sein, dass Dinner for One eine deutsche Produktion ist und keiner meiner englischen Freunde jemals zuvor etwas von diesem Stück gehört hatten. Trotz allem sieht man hier schön die Sicht der Deutschen auf die Engländer. Womit sie in diesem Fall vielleicht auch nicht ganz flasch liegen.

Insgesamt muss man wohl sagen, dass die Liste sommerlicher Cocktails und Long Drinks fast endlos ist im Gegensatz zu der kleineren Auswahl typisch winterlicher Drinks. Vielleicht könnt ihr aber trotzdem ein paar Inspirationen mitnehmen und habt vielleicht sogar Lust ein paar Rezepte selbst auszuprobieren. Wir wünschen euch auf jeden Fall viel Spaß beim Probieren. Kommt gut durch die kalten Monate. Prost und Cheers!